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Was der Advent mit einem guten Rumtopf gemeinsam hat.....

Sie werden sich über diese eigenartige Frage wundern, nicht wahr? - Dabei ist sie nicht einmal sehr weit hergeholt: Einen „echten“ Rumtopf nach Originalrezept darf man nämlich erstmals am 1. Adventsonntag anstechen! Der Start dafür erfolgt aber schon viel früher, nämlich im Sommer.... - Sie beginnen mit der leckeren Arbeit aber schon im Juni. Nutzen Sie die Zeit der Märkte, wo sie erntefrische saisonale Früchte günstig einkaufen können. Die Früchte, die sie verwenden, müssen reif, aber fest und von tadelloser Qualität sein. Das Obst soll in einem 5 Liter großen Deckelgefäß aus Steingut oder Porzellan lagern und immer mit Flüssigkeit bedeckt sein. Man soll im Juni mit Erdbeeren und Himbeeren beginnen und nur Stein- und Kernobst verwenden. Eine besondere Note erzielt man durch die Zugabe von braunem Kandis und einer Vanille oder Zimtstange.

Das Rezept und die Anleitung zur Herstellung:

Juni:
250 g Erdbeeren, gewaschen und entstielt, 250g Himbeeren, verlesen (nicht waschen!), in den Rumtopf schichten. Mit 500 g Zucker bestreuen und 1 Stunde ziehen lassen. So viel Rum zugießen, dass alle Früchte gut bedeckt sind.

Juli: 500 g Aprikosen überbrühen, häuten, entsteinen und in Viertel schneiden. 500g Sauerkirschen waschen (nicht entsteinen), Stiele entfernen. Nehmen Sie dieses Mal nur halb so viel Zucker wie Früchte. So viel Rum aufgießen, dass die Früchte gut bedeckt sind.

August: Je 300g Mirabellen, Pfirsiche, Pflaumen und Reineclauden waschen. Pfirsiche häuten. Das Obst entsteinen und halbieren. Auf 500g gemischtes Obst kommen nun wieder 500g Zucker und natürlich genügend Rum.

September: 375g Zwetschgen waschen, halbieren, entsteinen. Hier wiederum die Hälfte des Fruchtgewichtes an Zucker zugegeben und gut mit Rum bedeckt.

Oktober: 250g Ananaswürfel (frische! Unterstehen sie sich eine Dose zu verwenden ..:-), 250 g geschälte und entkernte William-Christ-Birnenstücke. Alles mit Zucker (250g) und Rum bedecken. Vier Wochen nach der letzten Fruchtzugabe noch einmal 54%igen Rum zugießen. Und dann sind es nur noch ein paar Tage bis zum „Anstich“ im Advent!

Am letzten Sonntag den 1.Dezember 2002, also wie im Rezept gefordert, am 1. Adventsonntag, haben wir den Rumtopf das erste Mal verkostet – herrlich, dieses Buket der „beschwipsten“ Früchte, das Aroma, das aus dem Topf „strahlt“, sobald der Deckel gehoben wird. Was mir beim Rumtopf besonders gefällt, ist die aufzubringende Geduld, die wachsende Vorfreude, die monatlich wächst bis zur ersten Verköstigung! In dieser hektischen Welt, in der man alles und sofort haben kann und meist auch will. Stellen Sie sich vor, in dieser hektischen Welt, arbeiten Sie sechs Monate (!) lang, an einer Süßspeise, einem Nachtisch, ohne zu wissen, wie das Ergebnis wird! Sie arbeiten sich dem Höhepunkt entgegen, Monat für Monat! Ist das nicht ein wunderbarer Gegenpol, ein Ruhepol in Ihrem hektischen Leben? - Die Geduld wird sich auszahlen!

Rumtopf schmeckt pur oder als Cocktail oder Longdrink. Außerdem passt er hervorragend zu Vanilleeis – ein herrliches Dessert – oder zu Sahne- und Mandelflammerl und, als Füllung, zu zarten Crepes. In hübsche Gläser abgefüllt, sind Rumtopf-Früchte auch ein gelungenes Weihnachtsgeschenk! Und als solches werde ich es heuer verwenden. Ein Geschenk, dem ich sechs Monate lang meine ganze Aufmerksamkeit geschenkt habe!

Ich freue mich schon darauf, zahlreiche Mini-Rumtöpfe zu verschenken, verrät...

Ihr Kuli Narikum