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Der Weinjahrgang 2001 Serie II: Frankreich, Spanien, Kalifornien und Australien

Auch in Frankreich gilt 2001 als ein schwieriges Jahr. Die Ernte 2001 fiel etwas kleiner aus als im Jahr davor. Es wurde 6% weniger geerntet als im Vorjahr. Schon der Sommer trug in einigen Gegenden seinen Namen unverdient und der Herbst brachte zum Teil sogar während der Ernte Regen, der Alptraum eines jeden Winzers. Nur in der Mittelmeerregion, also im Rhonetal, der Provence und im Languedoc, strahlte die Sonne und sorgte für kräftige, intensive und lagerfähige Rotweine.

Die Gebiete im einzelnen:

Bordeaux – mittel bis sehr gute Qualität! Ein warmes, regenreiches Frühjahr, mit einem sehr heißen, überwiegend trockenen Sommer. Viele Rotweine bekamen in der zweiten Septemberhälfte Regen ab. Der früh reife Merlot war davon weniger betroffen als der Cabernet Sauvignon. Die Preistendenzen sind leicht rückläufig.

Burgund: Die Qualitäten sind sehr wechselhaft, weil das Wetter den ganzen Sommer lang verrückt spielte. Heiße, trockene Phasen wechselten sich mit Regen, Gewittern und Hagel ab. Besonders der Pinot Noir reifte sehr unterschiedlich! Die besten Resultate erreichten jene Winzer, die mit der Ernte warteten, bis die Trauben voll ausgereift waren.

Elsaß: gute bis sehr gute Qualität, bei leicht steigender Preistendenz.

Rhone/Provence: Sanfte Regenfälle brachten im September die Trauben nach einer ausgiebigen Trockenperiode zur optimalen Reife. Der 2001er Jahrgang, der 10 bis 25% kleiner ausgefallen ist als der 2000er (!), lädt zum Lagern ein. Außerordentlich gute Wetterbedingungen herrschten in Chateauneuf-du-Pape. Hier kann von einer sehr guten Qualität des Jahrganges 2001 ausgegangen werden.

Champagne: mittelmäßige Qualität, weil Sturzregen und Eiseskälte im September die Menge und die Qualität der Trauben stark beeinträchtigt hat.

Languedoc: Ausgezeichnete Qualität! Eine kleine Erntemenge von großer Qualität mit bester Aussicht für die Weine sämtlicher Rebsorten.

Für Spanien gilt die allgemeine Regel – weniger Trauben, bessere Weine! Ein ungewöhnlich heißer, trockener Sommer ließ die Erträge in fast allen spanischen Weinbaugebieten stark schrumpfen. Insgesamt wurden in Spanien 2001 etwa 40 bis 42 Millionen Hektoliter Trauben eingefahren, zehn Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Die Gesundheit der Reben und des Leseguts lässt im ganzen Land auf Weine hoher Qualität hoffen! Der Jahrgang 2001 zeigte einmal mehr, dass der Schweizer Weinbau differenziert zu betrachten ist. Während die Spitzenwinzer angesichts der schwierigen Wetterverhältnisse mit teilweise enorm kleinen Erträgen dafür kämpfen, die Qualität der Vorjahre zu erreichen, mussten andere Erzeuger von Handel und Politik eindrücklich gemahnt werden, mit einer maßvollen Ernte die angespannte Situation zu entschärfen.Im Tessin hatten die Weinbauern für einmal mehr Wetterglück als ihre Kollegen in der restlichen Schweiz. Die Ernte ist als sehr gut zu bezeichnen. Wie überall in der Schweiz zeigte sich der für die Qualität entscheidende September mit lediglich 19 Sonnentagen eher enttäuschend. Dazu kam eine erneute Regenperiode Anfang Oktober. Jene nervenstarken Winzer, die über ein gesundes Traubengut verfügten, ließen die Beeren über diese triste Phase hinweg am Stock hängen und wurden dafür mit einer Schönwetterperiode belohnt. Einzelne dieser Winzer stufen die 2001er Weine gar über dem hoch bewerteten Jahrgang 2000 ein!

Übersee: Die Winzer in Kalifornien durchlitten 2001, wie schon die Jahre davor, eine wetterbedingte Achterbahn. 2001 ist in Kalifornien ein Superjahr für den Cabernet Sauvignon! Verschiedene Spitzenwinzer verglichen 2001 schon mit dem Superjahr 1997! Man kann heute schon vorhersehen, dass der Kult um die Spitzen-Cabernets mit dem Jahr 2001 einem neuen Höhepunkt entgegen steuern wird! Leider auch in preislicher Hinsicht! Zudem fiel die Erntemenge um rund 6% geringer aus als im Jahr davor!

In Australien war 2001 ein Jahr für den Shiraz! Die Winzer in Australien können aufatmen! Im Gegensatz zum Vorjahr, als die extreme Hitze mancherorts eine vorgezogene Ernte nötig machte und deshalb Weine entstanden, die unreif und alkoholisch zugleich wirken, verlief das Weinjahr 2001 ausgeglichen. Die Winzer des Barossa Valley sind von der Qualität ihrer Rotweine – Shiraz, Cabernet und Grenache – begeistert. Sie setzen 2001 gleich mit dem Superjahr 1998!

Abschließend kann über den Jahrgang 2001 folgendes zusammenfassend gesagt werden:

Man konnte 2001 dank konsequenter Arbeit im Rebberg korrekte bis sehr gute Resultate erzielen! Daher gehört das witterunsmäßig schwierige Jahr 2001 generell zu den guten Weinjahren! Besonders gut gelungen sind die Cabernets in Kalifornien, die Shirazweine aus Australien, die Barberas aus dem Piemont, sowie die Weine aus Spanien und dem Languedoc.

Viel Spaß, meint Ihr Kuli Narikum