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Limoncello

Die Rückkehr einer italienischen Legende: Limoncello oder wie auch die sauerste Ausgangssituation Freude bereiten kann.

Vor Kurzem verbrachten meine Frau und ich ein wunderschönes Wochenende im noch wunderschöneren Como. Ein traumhaftes Städtchen, direkt am See gelegen und nicht von ungefähr Wahlheimat "Giorgio" Clooneys. Statt des populären Hollywood-Beaus lief uns jedoch eine andere Legende über den Weg, und diese Geschichte möchte ich - neben einem Rezept - gerne mit Ihnen teilen: Als uns während eines Spaziergangs ein kurzer Regenschauer überraschte, suchten wir Schutz in einer kleinen Trattoria, irgendwo im Gewühl der engen Gassen. Leider erinnere ich mich nicht mehr an den Namen der Trattoria, doch es wurde von zwei Brüdern geleitet, von denen der jüngere - Silvio - uns nach dem hervorragenden Essen ohne viel Federlesens zwei kleine Schnapsgläser auf den Tisch stellte. Daneben platzierte er eine unbeschriftete Flasche mit eiskaltem Inhalt, dessen trübgelbe Farbe uns seit Längerem nicht mehr begegnet war.

Limoncello? Ma certo!
 

Der ursprünglich an der italienischen Amalfi-Küste beheimatete Limonen-Liquör genießt einen sagenhaften Ruf unter Italien-Reisenden, da er die Süße des "dolce far niente" mit den Erinnerungen an Primi Piatti und Sonnenschein verbindet. Ich muss gestehen, auch wir entkamen der Nostalgie nicht und genossen das eisgekühlte "Stamperl" mit einem Lächeln im Gesicht.

Was für ein Genuss. Vertraut und wohltuend, selbstverständlich hausgemacht und nach einem Hausrezept hergestellt.


Auf Nachfrage erklärte uns Silvio nicht ohne Stolz, dass Claudio, sein Bruder und Koch der Trattoria, das Rezept von ihrem Großvater übernommen hätte. Dieses stamme tatsächlich direkt aus Amalfi und wäre bereits seit mehreren Generationen weitergegeben worden. Ob ich es denn wohl erfahren dürfe, fragte ich, ohne damit zu rechnen, es wirklich zu erfahren. 

Doch Silvio und Claudio teilten das Rezept freigiebig mit uns und noch mehr: sie füllten aus einem großen Glasballon sogar eine Flasche ab und verkauften sie uns. Da die beiden Brüder mir ausdrücklich erlaubten, das Rezept auch mit anderen zu teilen, möchte ich das nun gerne tun und Ihnen die Herangehensweise zu Ihrem eigenen, tollen Zitronenlikör bieten.

Zutaten:
  • 1 l Alkohol (min. 96%)
  • 1 kg Zucker
  • 1,5 l Wasser
  • min. 5 unbehandelte Bio-Zitronen

Herstellung
:
Waschen Sie zuerst die Zitronen. Im Anschluss daran schälen oder raspeln Sie die Gelbe Schale der Früchte ab (wenn Sie den weißen Teil der Schalen mitverwenden, erhält der Limoncello eine leicht bittere Note, was in Verbindung mit dem hohen Zuckergehalt durchaus attraktiv sein kann; verwenden Sie in jedem Fall maximal 10% des Schalenvolumens). Setzen sie diese Schalen nun mit dem Alkohol an (nicht kochen!), verrühren Sie beides und geben Sie noch Wasser und Zucker hinzu. Rühren Sie nun alles erneut und lassen Sie die Mischung mindestens vier Wochen lang stehen. Rühren bleibt das Zauberwort: Rühren Sie nun täglich einmal um und zwar solange, bis sich der gesamte Zucker aufgelöst hat.

Voila - der Limoncello ist fertig. :)