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Das Weinland Österreich Teil 2

Im Kulinarikum vom Februar/März dieses Jahres habe ich u.a. die grobe Einteilung der österreichischen Weinbaugebiete wieder gegeben. In dieser zweiten Folge zum „Weinland Österreich“ werde ich diese Gliederung noch einmal verfeinern und die im jeweiligen Gebiet typischen Weine anfügen. Ich erlaube mir auch bei einigen Gebieten den einen oder anderen namhaften und führenden Winzer anzugeben.

Das Kremstal (2.175 ha): Jahrhundertealte Weinkultur, moderne Weine. Im Kremstal findet man die klassischen Böden: Urgestein, Lehm, Löss; hier gedeihen vor allem bukettreiche und fruchtbetonte, elegante Weißweine. Das Weingut Nigl aus Senftenberg ist hier besonderes zu erwähnen! Auch Aigner, Salomon, Sepp Moser und das Kloster Und.

Die Wachau (1.390 ha): Steile Terrassen, edle Rebsorten, monumentale Weine. Legenden. Das enge Donautal zwischen Melk und Krems gilt als eine der schönsten Flusslandschaften der Welt. Weltkulturerbe! Ein absolutes Muss für Gourmets! Auf den steilen Urgesteins-terrassen reifen vornehmlich Grüner Veltliner und Riesling. Die bedeutendsten Winzer gehören auch insgesamt zur Elite Österreichs: Knoll, Hirzberger, F.X. Pichler, das „who is who“ der Österreichischen Weinszene schlechthin.

Traisental (682 ha): Wein voller Charme und Tiefgang. Das Traisental entfaltet sich entlang der Traisen von St.Pölten zur Donau hin. Auf vorwiegend sandigen Lössböden gedeihen fruchtige, duftige Weißweine.

Thermenregion (2.332 ha): Weine mit Geschichte, Weine mit Zukunft. Historische Kurorte liegen entlang einer vulkanischen Bruchlinie. Mildes Klima und schwere bis steinige Kalkböden kennzeichnen die „Südbahn“, wo kraftvolle Weißweine und dichte Rotweine wachsen. Junge, dynamische Winzer wie Aumann mit seinem tollen roten Cuvee Harterberg bauen dort an.

Weststeiermark (432 ha): Heimat des Schilchers (Blauer Wildbacher). Die resche Spezialität dieses kleinen steirischen Weinbaugebietes bringt auf Gneis und Schieferurgestein die besten Qualitäten. Es lohnt die Fahrt auf der Schilcherweinstrasse von Ligist bis Eibiswald. Einer der guten Winzer ist Strohmeier. Sein Schilcher wird auch als Sekt oder Frizzante ausgebaut und eignet sich auf Grund seiner Säure hervorragen als Aperitiv!

Südsteiermark (1.741 ha): Wildromantisches Hügelland, rassige Weine. Österreichs Antwort auf die Toscana. Im Einflussbereich des südeuropäischen Klimas wachsen auf steilen, grünen Hügeln in erster Linie Welschriesling, Sauvignon Blanc und Morillon. Die Wein sind berühmt für Frucht und Frische. Berühmte Winzer sind die Gebrüder Polz (tolle Lage mit einem herrlichen, schattigen Nussbaum im Heurigen), Tement (so scheußlich das Gebäude von außen ist, so beeindruckend ist die Ambiente und die Sicht von innen nach Slowenien), Neumeister in Straden mit einem beeindruckenden Lokal (im Sommer unter Weinreben!), aber auch Sabathi ist erwähnenswert.

Süd-Oststeiermark (1.119 ha): Vulkanische Klippen, würzige Weine. In der Übergangszone zwischen dem trockenen, pannonischen und dem feuchten Mittelmeerklima gediehen vorwiegend fruchtbetonte Weißweine. Hier ist aber auch die Heimat eines der besten Zweigeltweine aus Österreich: Der Olivin vom Weingut Winkler-Hermaden in Kapfenstein. Dort ist auch sein herrliches kleines Schlösschen Kapfenstein, welches dem Weinbauern gehört und von seinem Bruder, der gut kocht, geführt wird. Ganz besonders empfehlenswert wenn sie einmal ein paar Tage ausspannen wollen...

Südburgenland (448 ha): Idyllische Landschaft, ausdrucksstarke Rotweine. Das kleinste namhafte Weinbaugebiet Österreichs ist wegen seiner Ursprünglichkeit und feiner Rotweine besonders reizvoll. Südburgenland ist die Heimat des Uhudlers....

Mittelburgenland (1.877 ha): Rassige Rotweine, Blaufränkisch mit viel Charakter. In dieser reizvollen, hügeligen Landschaft wächst auf schweren Lehmböden ein großer Teil der bekanntesten Rotweine Österreichs. Hier liegen die berühmten Weinorte Neckenmarkt, Horitschon und Deutschkreutz und damit zahlreiche Top Winzer Österreichs: Heinrich, Gsellmann, Kerschbaum, Lang, Weninger, um nur einige zu erwähnen.

Neusiedlersee-Hügelland (3.911 ha): Fulminante Qualität bei Weiß, Rot und Süß. Die Freistadt Rust liefert mit dem Ruster Ausbruch ein Paradebeispiel für hochwertige Prädikatsweine vom Seeufer. Von den Hängen des Leithagebirge kommen kräftige, mineralische Rot- und Weißweine. Feiler-Artinger, Kollwentz, Schindler, Rosi Schuster u.v.a. stammen aus dieser Gegend.

Neusiedlersee (8.326 ha): Kraftvolle Weine vom sonnigen Seeufer. Das Weinbaugebiet Neusiedlersee verdankt dem ausgeprägten pannonischen Klima Weiß- und Rotweine von hervorragender Qualität. Die kräftige Herbstsonne und die Botrytis ermöglichen die weltberühmten Prädikatsweine. Kracher und Velich kommen von hier.

Wien (678 ha): Wien an der Donau ist die einzige Weltstadt mit ökonomisch bedeutendem Weinbau. Beste Bedingungen bieten die Ausläufer des Wienerwaldes entlang der Donau mit Schiefer-, Schotter-, Löss- und Lehmböden für frische, finessenreiche Weißweine. Zahel und Wieninger gehören zu den bekannten Weingütern.

Carnuntum (891 ha): Historissche Stätten, neue Power-Weine. Aus den Orten Göttelsbrunn, Höflein und Prellenkirchen kommen neue Rotweine mit Kultstatus (M1 von Markowitsch), aber auch kräftige Grüne Veltliner. Der Weinbau auf Lehm, Sand, Schotter und Lössböden ist durch den Klimaeinfluß des Neusiedlersees und der Donau äußerst begünstigt. Besonders hervorzuheben ist hier Markowitsch – zweimal! Denn sowohl Lukas als auch Gerhard sind zur österr. Elite zu zählen. Aber auch Grassl und Netzl haben inzwischen einen hohen Bekanntheitsgrad.

Weinviertel (15.892 ha): Gelobtes Land des Weines! Romantische Kellergassen und klassische Grüne Veltliner prägen das Bild des Weinriesen. Von Retz im Westen bis Wolkersdorf vor den Toren Wiens entfaltet sich ein weites Land mit Weinen voller Charakter: feiner Welschriesling, kernige Weißburgunder und rassige Riesling gehören zum Angebot. Aus den Lagen um Poysdorf entstehen auch ideale Weine zur traditionellen Sektproduktion. Es dominieren Lössund Schwarzerdeböden. Hier wurde vor kurzem die DAC – Vereinigung aus der Taufe gehoben. Ansässig sind zahlreiche Winzer, die Liste der Namen ist nahezu unendlich. Bekannte Namen findet hier man auch: Weinrieder, Schlumberger mit seiner Sektkellerei, aber auch Zull.

Donauland (2.732 ha): Würzige Weine von den Hängen des Wagrams. Entlang der Donau östlich von Krems bis nach Klosterneuburg mit der traditionellen Weinbachfachschule wachsen auf lössreichen und kalkhaltigen Böden herzhafte Weiß- und Rotweine. Klosterneuburg ist in der Weinwelt als Maßeinheit für die Süße der Trauben ein Begriff geworden. Im Donauland finden wir Ott, den Spezialisten für den Grünen Veltliner, mit seinem Fass 4. Auch Mantler ist hier.

Das Kamptal (3.868 ha): Kühle Täler, duftige Weine voller Finesse. Das Kamptal ist von Lehmund Lössböden dominiert. Auch Urgestein hat seine Spuren hinterlassen. Grüner Veltliner und Rieslinge sind die klassischen Rebsorten.

Wer österreichische Weissweine mag, der kommt an Namen wie Langelois und Zöbing, mit der berühmten „Heiligensteinlage“ nicht vorbei: Bründelmayer, Ehn, Jurtschitz, Topf – alle bauen ihr Weine im Kamptal an. Auch Schloss Gobbelsburg, mit dem vom Arlberg aus Vorarlberg stammenden Michael Moosbrugger, Winzer des Jahres 2006, liegt im Kamptal.

Sie sehen, werter Leser: eine breite Palette!

Ihr Kuli Narikum