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Das Weinland Österreich Teil 1

Unser kleines Österreich ist auch im Bereich des Weinbaus ein kleines und gut überschaubares Land. Österreich baut insgesamt auf rund 48.000 Hektar Wein an. Dies ist im Vergleich mit den anderen Wein anbauenden Ländern dieser Erde eine höchst bescheidene, ja sehr kleine Fläche! Klein aber fein! Diesem Motto hat vor allem der Weinskandal in den späten 80er Jahren nachhaltig zum Durchbruch verholfen.

So sind die österreichischen Weißweine schon längst dem absoluten internationalen Spitzenfeld zuzuordnen. Auch das Alterungspotenzial ist beachtlich. Die Smaragdweine der Wachau, aus guten Jahrgängen, erreichen eine Lebensdauer von gut 10 bis 15 Jahre, manche sogar auch von 20 Jahren und noch mehr. Erst kürzlich habe ich einige gereifte Smaragdweine aus den Jahrgängen 1993 und 1994 und vor allem 1997 geöffnet und mit großem Vergnügen und unter dem Applaus der anwesenden Gäste mit viel Vergnügen getrunken. (übrigens ganz hervorragend harmonisierend zu asiatischen und leicht scharfen Gerichten!)

Dass die österreichischen Süßweine eine Spitzenposition bekleiden, setze ich als bekannt voraus. Die Auslesen und Trockenbeerenauslesen, vor allem jene des Burgenländer Seewinkels, belegen seit Jahren die vordersten Spitzenplätze auf den internationalen Verköstigungen. Diverse Süßweine aus dem Hause Kracher haben schon wiederholt die Süßweinlegende Chateau d’Yquem auf die Plätze solcher namhafter Verköstigungen verwiesen.

Aber auch die Rotweine haben seit dem Weinskandal außerordentlich an Qualität zugelegt. Hier hat sich dieser Skandal langfristig wirklich als Segen herausgestellt. Mit dem Jahrgang 1997 gelang den heimischen Rotweinwinzern erstmals der Durchbruch. Zwischenzeitlich bringen diese Winzer Jahr für Jahr tolle und Spitzenprodukte auf den Markt. Ganz besonders erfreulich war beispielsweise die Platzierung von Gernot Heinrichs Salzberg 2000 an aller vorderster Stelle auf einer breit angelegten Verköstigung von 270 Weinjournalisten in Deutschland: So ließ der Salzberg 2000 u.a. Legenden wie Mouton Rothschild 2000 und Palmer 2000 deutlich hinter sich!

Die 48.000 Hektar in Österreich werden von 32.000 Weinbauern bewirtschaftet. Etwa 6.400 Betriebe füllen Wein selbst in Flaschen ab. Die restlichen Winzer beliefern die Winzergenossenschaften oder andere Weinkellereien.

Der nennenswerte Weinbau in Österreich konzentriert sich auf den Osten Österreichs, auf die Bundesländer Niederösterreich, Steiermark, Wien und Burgenland. In Niederösterreich und der Steiermark dominieren die Weißweine, im Burgenland insbesondere Rotweine und Süßweine von hoher Qualität.

Das Weinbaugesetz definiert folgende vier Weinbauregionen:
  • Weinbauregion Weinland Österreich (die Bundesländer Niederösterreich und Burgenland) mit 44.560 Hektar, mit Abstand die größte Region. Davon entfallen auf Niederösterreich ca. 30.000 und auf das Burgenland ca. 14.560 Hektar.
  • Weinbauregion Steirerland (Bundesland Steiermark) mit 3.290 Hektar.
  • Weinbauregion Wien mit 680 Hektar
  • Weinbauregion Bergland Österreich (die Bundesländer Oberösterreich, Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg) mit ca. 20 Hektar
Innerhalb dieser Weinbauregionen gibt es wiederum 19 offizielle Weinbaugebiete, die als Herkunftsbezeichnung für Qualitäts- und Prädikatsweine verwendet werden.

Die unterschiedlichen Bodenformen prägen die Weine in ganz besonderer Form. Im Weinviertel in Niederösterreich dominiert der Lössboden. Ebenso im Donautal. Bei Krems und Langenlois sowie in der Wachau herrschen Urgesteinsböden vor, in der Thermenregion sind es Lehm- oder Kalkböden. Vielfältig sind die Bodenarten in Wien, im Carnuntum und im Burgenland. Braunerde, Konglomerat- und Vulkanböden überwiegen in der Steiermark.

Das Weinbaugebiet Österreich insgesamt liegt in gemäßigten Klimazonen, etwa um den 47. und 48. Breitengrad. Es ist klimatisch vergleichbar mit dem französischen Burgund. Wärme, sonnige Sommer und lange, milde Herbsttag mit kühlen Nächten sind typisch für die meisten Weinbaugebiete. Die jährlichen Niederschläge betragen im Osten um die 400 Millimeter, in der Steiermark können es auch man 800 Millimeter und mehr sein. Einen besonderen Einfluss auf das Klima in den Weinregionen hat die Donau, die einerseits das Sonnenlicht reflektiert und andererseits allzu große Temperaturschwankungen ausgleicht. Aber auch der weit ausgedehnte Neusiedlersee, an dessen Ufern im späten Herbst oft Beeren- und Trockenbeerauslesen heranreifen. Die Weingärten liegen meist auf Seehöhe von ca. 200m. In Niederösterreich bewirtschaften die Weinhauer noch Lagen bis auf über 400 Meter. Die höchstgelegenen Weinorte befinden sich in der Steiermark auf ca. 560 Meter.

Der Weinbau in Österreich hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten eine bemerkenswerte Stellung auf den Märkten dieser Welt erobert. Nicht zu Unrecht, ganz im Gegenteil. Deshalb hat der Österreichische Rotwein inzwischen auch den größten Anteil in meinem Weinkeller erobert. Sehr zu meiner Freude....

meint Ihr
Kuli Narikum