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Weinjahrgang 2004 in Österreich u. Italien

2004 ist ein sehr eigenwilliges Jahr – der Sommer kam erst spät auf Touren, die Zeit davor war nass, kalt und regnerisch. Erst ab Mitte Juli konnten wir dann von einem richtigen Sommer sprechen und ein schöner und milder Herbst entschädigte uns für all das, was wir im Mai und Juni zu kurz gekommen sind.

Natürlich kann das Jahr 2004 nicht mit der extremen Wettersituation 2003 verglichen werden. 2003 war ja ein Jahrhundertsommer mit extremer Hitze. 2004 zeigt sich komplett anders: Ein sehr feuchtes Frühjahr und der zu Beginn ebenfalls extrem feuchte Sommer regten das Wachstum der Weinstöcke überdurchschnittlich stark an. Die heurige Blüte setzte dadurch etwas später wie gewohnt ein, sie vollzog sich dann aber sehr zügig und ohne weitere Probleme. Der durchaus heiße August machte es möglich einen Großteil des Vegetationsrückstandes aufzuholen und das Kaiserwetter an vielen warmen Septembertagen förderte die Reifung der Weintrauben.

Die Ernte in Österreich wurde vorwiegend im Oktober gelesen, die frühreifen Sorten konnten bereits Ende September geerntet werden. - Auch im Piemont wurde sehr spät gelesen, der Nebiolo hing gar bis Ende Oktober, an machen Orten sogar bis Anfang November an den Stöcken. Reifes, gesundes Traubengut konnte trocken gelesen werden!

Die heimischen Weinbauern, aber auch die in Italien, sehen die Situation entspannt, vor allem deshalb, weil die Trauben im warmen Herbst richtig ausreifen konnten und die Ernte im Trockenen abgewickelt werden konnte. Ein klassischer Jahrgang für Österreich kündigt sich an. Bei den österreichischen Weißweinen werden Frucht - betonte, spritzige Weine in der typisch österreichischen Stilistik erwartet. Bei den Roten ausgereifte, volle Weine mit recht hohem Alkoholgehalt.

Im langjährigen Durchschnitt stellt 2004 ein gutes Jahr dar, so lautet die einhellige Meinung der Winzer in Österreich und in Norditalien. Sowohl was die Qualität als auch die Menge betrifft, blickt man nur in zufriedene Gesichter.

Manche Gegenden in Österreich gehen sogar noch weiter: Dort wird 2004 mit den tollen Jahrgängen 1997 und 1999 verglichen!

Wie schon in früheren Jahren kam im Jahre 2004 der Arbeit im Weingarten ganz besondere Bedeutung zu: Intensive Laubarbeit – das Entfernen von Blättern und kleinen Trieben, das Freistellen der Traubenzone, besonders aber das Ausdünnen waren für eine gute Entwicklung der Weintrauben entscheidend. Die Trauben dankten es dem fleißigen und akribischen Winzer durch eine gute Gesundheit.

Mal abwarten wie der Jahrgang 2004 wird: Ich habe jedenfalls bei meinen Besuchen bei einzelnen Weinbauern in Österreich und im Piemont nur fröhliche zuversichtliche Antworten auf meine Frage erhalten, wie denn das heurige Jahr zu werten ist.

Ihr
Kuli Narikum