alge electronics

„Gutes Benehmen“ im Lokal ist „in“!

Neulich geriet ich in eine Diskussion unter Fachleuten über die Manieren und das Benehmen bei Tisch! Der Ton macht die Musik – auch beim Essen! Offensichtlich gibt es hier aus Sicht der Betroffenen – der Gastronomen und der Damen und Herren im Service - deutliche Mankos. Auch wenn man glaubt, dass gute Unternehmer meist auch ausgewiesene Gourmets sind, weil sie do wie dort, bei der Arbeit wie beim Genießen, nur den höchsten Qualitätslevel anstreben. Trotzdem - worauf ist zu achten? Was darf man nicht tun und was ist verpönt:

1. Das Servicepersonal abfällig behandeln:

Vielleicht bin ich diesbezüglich besonders sensibel, aber behandle andere Menschen so wie du selbst gerne behandelt wirst. Oder die alte Weisheit meiner Großeltern: Wie du in den Wald hineinrufst, so hallt es heraus. Deshalb störe ich mich immer wieder, wenn Gäste wie folgt bestellen: „Und mir bringen Sie ein Bier!“ Kein Bitte, keine freundliche Bemerkung – ein Befehl, ein Abkanzeln, ein von „Oben-Herab-Behandeln“ des Servicepersonals! Hier zeigt sich wohl sehr stark die Grundeinstellung eines Menschen. So wie dieser mit dem Ober umgeht, so wird er wahrscheinlich auch alle anderen ihm zuarbeitenden Menschen behandeln!

2. Wie halten sie das Besteck?

Knigge pur – und dennoch oft ganz schlimm, was man alles antrifft. Grundregel: Das Besteck zeigt nie nach oben, geht also nie aus der Waagrechten heraus! Fuchteln Sie damit nicht herum, als wollten Sie ihren Tischnachbarn abstechen! Das wirkt schlimm!

3. Wenn einmal ein Fehler passiert Seien Sie kulant!

Gehen Sie so damit um, als wenn Ihnen ein Fehler passiert wäre! Behandeln Sie die Reklamation so, wie Sie es gerne von ihrem Kunden erleben würden. Macht dieser Sie vor anderen Leuten zur Sau? Hoffentlich nicht! Meistens ist der Fehler ja dem Koch oder dem Servicepersonal sowieso schon peinlich genug. Und Fehler können überall auftreten, wo gearbeitet wird. Denn die Menschen im Restaurant wissen meist, dass sie Dienstleister sind – und dieses Wort setzt sich aus „Dienen“ und „Leisten“ zusammen. Mindestens in den guten Häusern sind diese Leute tunlichst darauf aus, sie zufrieden zu stellen und Ihnen eine schöne Zeit zu bereiten.

4. Wie signalisieren sie, dass sie bestellen wollen?

Wenn Sie an den Platz geführt worden sind und das Service ihnen die Speise- und Weinkarte gereicht hat, nehmen Sie sich ausreichend Zeit die Speisen auszusuchen. Manchmal passiert es nun, dass Sie schon ausgesucht haben und das Servicepersonal dennoch die Bestellung nicht aufnimmt. Warum? Meistens deshalb, weil Sie die Speisekarte nicht geschlossen haben! Helfen Sie dem Service: Sobald Sie ausgesucht haben und bestellen wollen, schließen Sie die Karte. Dies signalisiert – wir sind so weit. Wenn Sie inzwischen vergessen haben, für welches Gericht Sie sich entschieden haben, dann öffnen Sie die Karte einfach wieder und suchen nochmals kurz danach, wofür Sie sich entschieden haben.

5. Die Lautstärke beim Gespräch

Denken Sie daran, Sie sind meistens nicht alleine im Lokal und manch ein Gast sehnt sich nach einer ruhigen Atmosphäre. Er ist nicht erpicht darauf, Ihr Gespräch hautnah miterleben zu müssen, ohne Chance nicht zuzuhören, nur weil Sie so laut sprechen. Rufen Sie auch nicht durch das ganze Lokal lautstark nach der Bedienung. Warten Sie ab, bis Sie Augenkontakt haben, heben Sie kurz die rechte Hand und signalisieren Sie dadurch, dass sie Hilfe brauchen.

6. Wie legen Sie das Besteck auf den Teller, wenn Sie den Speisegang abschließen?

Unterstützen Sie den Service, indem Sie klar signalisieren, ob Sie den Speisengang abgeschlossen haben oder nur eine kurze Pause machen. Wenn Sie weiter essen wollen, dann legen Sie die Gabel von links auf den Teller und das Messer von rechts. Beide Spitzen berühren sich in der Mitte des Tellers. Somit ist für jedermann klar ersichtlich, dass Sie noch nicht abgeschlossen haben. Wenn Sie aber abschließen und noch Speisereste im Teller hinterlassen, dann legen Sie Gabel und Messer von rechts in den Teller, beide Spitzen zeigen von rechts nach links in die Mitte des Tellers. Soll man beim Abräumen helfen? Knigge rät hier, das Personal seine Arbeit machen zu lassen und dem Gast, ruhig dazusitzen und zuzuschauen. Meine diesbezügliche Frage an die charmante Andrea aus dem Service in meinem Lieblingslokal wurde auch klar so beantwortet! Allerdings mit dem Zusatz, es wird trotzdem geschätzt, wenn man hilfsbereit ist.

7. Brot und Butter

Wie schön, wenn man Heißhunger hat und Brot und Butter am Tisch aufliegen. Welches Gedeck gehört ihnen? Immer das zur Linken von Ihnen. Brechen Sie das Brot in jeweils einen mundgerechten Happen und bestreichen Sie es erst danach mit Butter! Niemals das gesamte Brot flächig mit Butter bestreichen und dann vom bestrichen Brot abbeißen! Und womöglich gleich danach einen Schluck Wein, ohne den Mund sorgfältig abzuputzen! Dies ist übrigens eine Hundertprozentregel: Vor jedem Schluck wird der Mund sorgfältig mit der Serviette abgewischt! Immer!

8. Ihre Begleitung

Was tut der Gentleman, wenn sich eine der Damen am Tisch erhebt? Richtig, er bezeugt der Dame Respekt, in dem er sich ebenfalls kurz erhebt und nickt. Wenn die Dame an den Tisch zurückkommt, dasselbe von vorne! Sie meinen altmodisch? Kann sein, die meisten Damen die ich kenne, finden das aber unglaublich schick! Und Sie schätzen und lieben es!

9. Die Rechnung bitte

Was, auch noch Trinkgeld? Bei diesen Preisen? Ob man es glaubt oder nicht, es gibt immer wieder Gäste, die kein Trinkgeld geben! Dabei sind fünf Prozent der Summe in Österreich durchaus normal. Wenn Sie mehr Trinkgeld geben, zeugt dies von hoher Wertschätzung und Großzügigkeit. Auch wenn die Rechnung hoch ist, bestrafen Sie doch nicht den Kellner für die Kalkulation des Besitzers. Er hat sich nun über längere Zeit bemüht Ihnen den Aufenthalt angenehm zu machen. Belohnen Sie das!

Übrigens, wissen Sie, woran Sie einen spitzen Service erkennen? Daran, ob er Sie mit Namen anredet. Auch wenn man Sie nicht kennt, spätestens dann, wenn Sie mit Kreditkarte bezahlen, kann Ihr Name in Erfahrung gebracht werden! Und wir sind ja alle so eitel und hören nichts lieber als unseren Namen! Ein super Service nutzt dies aus

meint Ihr
Kuli Narikum