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Österreichische Rotweine - der Jahrgang 2002

Nach dem schwachen Jahrgang 2001 konnte im letzten Jahr wieder ein hervorragender Jahrgang gelesen werden. Die Winzer des Burgenlandes schreiben von einem „großartigen Jahrgang 2002“. Das Burgenland blieb in diesem Jahr von den Wetterkapriolen und den Überschwemmungskatastrophen in Österreich und Deutschland verschont. Das Jahr 2002 präsentierte sich im östlichsten Teil Österreichs sonnenreich und unglaublich trocken.

Und Peppi Umathum schreibt: „Die Trauben hatten hervorragende Bedingungen und wir haben einen Jahrgang ähnlich dem 2000er im Keller. Sehr fruchtige Weiß- und dicke Süßweine. Die Rotweine sind mächtig und dicht und gekennzeichnet von einer tiefen, komplexen Fruchtkomponente. Ein Jahrgang, der keine Wünsche offen lässt! Tiefschwarze Rotweine mit feiner Gerbsäure, dem Jahrgang 2000 nicht unähnlich, aber mit mehr Fruchttiefe, die neue Linie der österreichischen Rotweine, Frucht und Dichte noch deutlich kennzeichnender. Weißweine mit Frische und Pfiff, und dicke Fruchtbündel an Süßweinen“.

Soweit Josef Umathum vom gleichnamigen Weingut, einer der österreichischen Paradewinzer. Aber auch von den anderen Stars der Rotweinszene hört man ähnliche Töne.

Über zwei tolle Weinerlebnisse mit jungen österreichischen Rotweinen möchte ich Ihnen kurz berichten, beide vom Jahrgang 2000: Der erste ist ein neuer Stern am Winzerhimmel – Leo Aumann vom Weingut Aumann (weingut(at)aumann.at) mit seinem Harterberg 2000. Eine Cuvee aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Zweigelt, im Holzausgebaut, Landessieger aus Niederösterreich! Wenn Sie den Wein öffnen, gönnen Sie sich die Primäraromen, die gleich nach dem Öffnen ausströmen – überirdisch. Der Wein zeigt sich dicht und komplex, mit einem langen Abgang und – so schriebt Aumann - einem sehr hohen Alterungspotential. Ich hatte mit einem Weinfreund und professionellen Weinhändler jüngst über diesen Wein eine intensive Diskussion. Da der Harterberg 2000 einen sehr hohen Anteil an Merlot und Cabernet Sauvignon beinhaltet, die beiden klassischen Bordeauxtrauben, und in neuem Holz ausgebaut wird, verliert der Wein natürlich etwas die typische österreichische Authenzität. Dennoch schmeckt er betörend gut, vor allem was die Nase betrifft. (Bestpreis gesehen um 22,20,- EUR)

Beim zweiten Wein handelt es sich um den Pannobile 2000 von Paul Achs. Ein toller, samtiger und sehr weicher Wein. Hervorragend ausgebaut, sehr lang und mit einer eleganten Nase. Dies ist ein typisches österreichisches Cuvee! Wenn Sie diesen Wein noch irgendwo bekommen, dann empfehle ich Ihnen sehr, ihn sich zu kaufen - Sie werden viel Freude daran haben (Bestpreis gesehen um 24,80 EUR).

Abschließend ein kleiner Tipp für Ihre Einkaufsstrategie: Nachdem sich immer mehr zeigt, dass der Jahrganges 2001 bei den Rotweinen in Österreich problematisch ist, lasse ich diesen Jahrgang aus und kaufe etwas mehr vom 2000er! Oder gar vom günstigen 1999er, wovon sich immer noch etwas bei den diversen Händlern auftreiben lässt. Sie müssen nur danach fragen...

meint Ihr
Kuli Narikum